1933 brachte Zündapp zwei seitengesteuerte 4-Zylinder Boxer Motorräder auf den Markt, die K 600 und die K 800.
K 600 und K 800, bis auf den Hubraum baugleich.
Die 600’er war nicht sehr erfolgreich und es wurden nur in 1933 ein paar wenige Exemplare gebaut, bevor sie wieder eingestellt wurde.
Ganz anders sah es bei der großen Schwester aus, der K 800.
Die Maschine erfreute sich mit ihrem weichen, elastischen Motorlauf großer Beliebtheit vor allem im Gespannbetrieb. Das Modell war bis zum Jahr 1938 verfügbar und war das hubraumstärkste Motorrad, das bei Zündapp jemals in Serie ging.
Es sei hier angemerkt, daß Zündapp im Prototypenbau kurz vor Kriegsausbruch auch einen bemerkenswerten 1000’er 4-Zylinder-Königswellen-Boxer mit Kompressor gebaut hatte, mit dem Geschwindigkeitsweltrekorde gebrochen werden sollten. Der Krieg verhinderte jedoch den Einsatz des Motors. Der Motor sollte als Saugmotor 95 PS haben und Aufladung 125 PS, woraus man sich Geschwindigkeiten von ca. 300 km/h errechnete.
Der 1000'er Motor kam nie zum Einsatz
Die K 800 war einst als zivile Straßen-Sportmaschine konzipiert. Mit der Aufrüstung der deutschen Wehrmacht hatte Zündapp zunehmend militärische Kräder zu liefern. Die K 800 wurde zwar anfänglich des Krieges auch in Militärversionen produziert, genügte aber letztlich nicht den harten Anforderungen in schwerem Gelände. Folglich entwickelte Zündapp andere Modelle wie zunächst die KS 600 und später das “überschwere Krad” KS 750, welche die K 800 ablösten.
Die Wehrmachtsausführung der K 800. Einmal Solo, eimal Gespann.
Alle Bilder dieses Artikels sind dem Zündapp-Buch "60 Jahre Zündapp-Technik" entnommen,
welches 1977 von der Zündapp-Werke GmbH München herausgegeben wurde.